27. Juni 2019

Viele IT-Systeme tragen aus ökologischer Sicht zur Erderwärmung bei. Insbesondere ältere und sehr große Rechenzentrums-Modelle werden deshalb nicht zu Unrecht als „Energiefresser“ betitelt. Ein möglicher Lösungsweg zur Klimaneutralisierung bieten die Kompensation von CO2-Emissionen und ein energieeffizienter Rechenzentrumsbetrieb – denn ganz ohne eine funktionierende IT-Landschaft ist ein Arbeitsalltag nicht mehr vorstellbar.
                 
Energieeffizienz und Performance Hand in Hand
Häufige Flugreisen und vermeidbare Autostunden haben negative Auswirkungen auf das Klima und bewirken einen überdurchschnittlichen CO2-Ausstoß – das ist längst kein Geheimnis mehr. Im Zuge der Digitalisierung taucht auf dem Klimasünderparkett eine weitere altbekannte Größe auf: das Rechenzentrum. Besonders die notwendige unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV), zuständig für eine zuverlässige und gleichmäßige Energiezufuhr bei einem Stromnetzausfall im Rechenzentrum, und die adäquate Klimatisierung der Rechentechnik sind wahre Stromfresser.

Und dennoch: Damit alle Unternehmen ihre IT-Infrastruktur unterbrechungsfrei nutzen können, wird viel Energie benötigt. Ein Teufelskreis? Ja und nein. In Zeiten des Klimawandels und des sogenannten „ökologischen Fußabdrucks“ gilt es den Stromverbrauch der Rechenzentrums-Infrastruktur so umwelt- und ressourcenschonend zu optimieren und Unternehmen trotz allem einen leistungsstarken und sicheren Ort für ihre IT zu bieten. Dafür gibt es viele Ansätze wie etwa klimafreundlichere Kühlsysteme.

Nachhaltige Kühlung: Die Mischung macht‘s
Die gigantische Anzahl an physischen und virtuellen Systemen sondert sehr viel Wärme ab, 365 Tage im Jahr. In älteren Rechenzentren wird nach wie vor ein sehr großer Teil des Energieverbrauchs für die Klimatisierung verwendet und nicht für die Rechenleistung – dem eigentlichen Zweck. Um diesem Energieverschleiß entgegenzuwirken, wird im neuen Rechenzentrum der badenIT in Freiburg beispielsweise mit der Kombination aus freier direkter Kühlung als Primärkühlsystem und mechanisch erzeugter Kälte als sekundäres System gearbeitet. Dieses Kühlsystem nutzt bis zu einer Außentemperatur von 22-24 Grad die Zu- und Abfuhr von gefilterter Außenluft als natürliche Quelle. Das bedeutet nicht zuletzt, dass ein Großteil des Jahres das umweltschonende Primärkühlsystem zum Einsatz kommt.

Warum Green-IT ein Weg sein kann
Ein effizientes und umweltfreundliches Kühlsystem beeinflusst zudem eine andere wichtige Voraussetzung moderner Rechenzentren. Der Energy Usage Effectiveness (EUE)-Wert sollte deutlich unter 1,5 liegen. Das heißt, dass nur wenig Strom von anderen Rechenzentrumskomponenten wie der Klimatisierung oder der USV verschlungen wird. Mit dem Standort Deutschland, als gemäßigte Klimazone, kann im Rechenzentrum der badenIT durch eine klimafreundliche Kühlung eine maximale Energieeffizienz mit optimalen EUE-Werten – kleiner als 1,3 – erreicht werden.

Aber es geht natürlich noch nachhaltiger: Aus Abfall werden neue Rohstoffe hergestellt oder Müll wird umweltschonend entsorgt – vor allem in Deutschland. Warum sollte das dann nicht auch bei Rechenzentren funktionieren? Die Greencity-Wall am neuen Freiburger Rechenzentrum absorbiert zum Beispiel bis zu einer Tonne CO2 pro Jahr. Hinzukommt, dass die badenIT 100 % regenerativen Strom von ihrem Mutterunternehmen badenova für den Betrieb ihres Rechenzentrums einsetzt. Erneuerbare Energien spielen also eine bedeutende Rolle bei der Nutzung von energieeffizienten und nachhaltigen IT-Services in Deutschland. Die Kunst umweltfreundliche Rechenzentren zu betreiben, besteht aber nicht nur im Einsatz von „Green IT“, sondern im Zusammenspiel von erneuerbaren Energien und moderner Technologien.

Modernste Technik als Antwort auf Klimawandel
Eigenbetriebene Rechenzentren nehmen zusehends ab, da vor allem mittelständische Unternehmen oft nicht die personellen Ressourcen und das Know-how für den Aufbau und den Betrieb eines unternehmenseigenen Rechenzentrums haben. Da ein oder mehrere Server-Räume längst nicht mehr allen Anforderungen an eine moderne, leistungsstarke und vor allem sichere IT-Infrastruktur erfüllen, wird die Datenverarbeitung und -speicherung immer öfter ausgelagert. Dabei wird neben ausreichender Gebäude- und Klimasicherheit ein großes Augenmerk auf leistungsstarke Server gelegt. Damit diese trotzdem energieeffizient arbeiten, muss auf die effiziente Nutzung und Auslastung der Hochleistungsracks geachtet werden.

Deshalb sollte jedes Unternehmen, das ein IT-Outsourcing erwägt, darauf achten, dass ihr IT-Dienstleister energiesparende und ökonomische Lösungen beim Betrieb des Rechenzentrums nutzt. Investitionen in moderne Technologien bzw. die Reduktion veralteter Technik sind neben den nachhaltigen Aspekten vielleicht die Zauberformel für einen Weg in eine dauerhaft leistungsfähige und nachhaltige IT-Landschaft. Das beruhigt nicht nur das ökologische Gewissen – denn durch eine umweltfreundliche IT in Form eines geringeren Stromverbrauchs kann nicht zuletzt bares Geld gespart werden.

Dieses Thema interessiert mich. Ich möchte gerne weitere Informationen anfordern.